Gala

Der geliehene Opa (2013)

»Opas lasse immer die Sau raus!«

Volkstheater: Die Mönchberger »Gesetzbücher« starten ab 2. März einen neuen Angriff auf die Lachmuskeln

2013_Main-EchoGesetzbücher: Am Ende des Lustspiels sitzt nur der Opa gelassen am Tisch, alle anderen sind sichtlich aufgewühlt und Thekla unterhält sich wieder mal mit der Grünpflanze. Foto: Heinz Linduschka
Mönchberg 1988 startete mit der Komödie »Siebzehn und Zwei« die Erfolgsgeschichte der Mönchberger »Gesetzbücher«. Von den elf Akteuren, die damals auf der Bühne standen, sind auch heute noch sechs dabei, wenn sich am 2. März der Vorhang zur Premiere von »Der geliehene Opa« öffnet. Auch die Souffleuse Ludwina Weis hat ihren Kasten seitdem nur in der theaterlosen Zeit verlassen.
Proben seit Oktober
Dass die »Gesetzbücher« in diesen 25 Jahren kein bisschen müde geworden sind, beweisen schon die Proben zum neuen Stück, die seit Oktober 2012 laufen. Lachsalven sind auch heuer wieder garantiert, wenn im Lustspiel »Der geliehene Opa« Max und Bärbel Rose (Udo Seufert und Renate Miltenberger) ihre leere Haushaltskasse dadurch aufbessern wollen, dass sie Singles eine Art Urlaub im Familienkreis bieten.
Sohn Felix (Marco Motzel) und Tochter Katja (Vanessa Schließmann) spielen da wohl oder übel mit und auch Jonas, dem Freund Katjas (Mike Grün), bleibt nichts anderes übrig. Schließmann und Grün, 18 und 19 Jahre alt, sorgen übrigens mit ihrer Bühnenpremiere dafür, dass den »Gesetzbüchern« der Theaternachwuchs nicht ausgeht.
Für die beiden Gäste, gespielt von Anita Keller und Werner Becker, gehört zu einer intakten Familie aber unbedingt ein Opa dazu. Der muss her und die Roses leihen ihn sich kurzerhand von Hanna (Michaela Goihl) aus, die ganz froh ist, mal ein paar stressfreiere Tage zu erleben.
Paraderollen für Motzel und Knapp
Dieser Opa, den »Urgestein« Gebhard Motzel spielt, weiß nämlich ganz genau, dass alle auf ihn angewiesen sind, und nutzt das weidlich aus. Vier Mahlzeiten pro Tag, ein Spaziergang und ein Schläfchen hat ihm seine Tochter gesichert, Alkohol aber hat sie ihm verboten - aber da kennt sie ihn schlecht! Schließlich weiß Opa: »Nach drei Schnäpsen sterben die Würmer ab!« Bärbel merkt jedenfalls schnell: »Der macht ja jetzt schon, was er will!« »Opas lasse immer die Sau raus«, verkündet der Opa selbstbewusst, und damit es so richtig turbulent wird, setzt er auch den »Allergie-Nieser« Anselm Swirl, den Staubsaugervertreter, strategisch geschickt für sein organisiertes Chaos im Hause Rose ein. Für Erich Österlein eine dankbare Rolle. Und zum Chaos trägt auch die Thekla der Nachbarin, blind wie ein Maulwurf und trotzdem unverdrossen mit dem Auto unterwegs, kräftig bei. Kein Wunder, ist das doch wieder mal eine Paraderolle für Eleonore Knapp.
Der Autor des Lustspiels, Walter Pfaus, gehört zu den erfolgreichsten Schreibern im leichten Genre und der Regisseur der »Gesetzbücher«, Reinhold Keller, hat wieder einmal mit sensibler und pointensicherer Inszenierung dafür gesorgt, dass im Pfarrheim und in der VfL-Halle kein Auge trocken bleiben wird. Ein Probenbesuch lässt bereits ahnen, dass auch heuer vermutlich Ludwina Weis in ihrem Souffleurkasten ohne Beschäftigung sein wird.
Helga und Nadine Becker sorgen dafür, dass die zwölf Akteure auf der Bühne perfekt gestylt sind, Ronald Reinfurt bedient in gewohnter Perfektion die Technik. Und wenn doch mal was nicht so ganz glatt laufen sollte, dann ist ja immer noch Reinhold Keller als Regisseur zur Stelle. Aber das wird kaum passieren, schließlich geht es auf der Bühne beim »geliehenen Opa« schon turbulent genug zu.
Heinz Linduschka

Informationen im Internet:
www.diegesetzbuecher.de Die Oma wird übrigens von Alexandra Seufert gespielt.

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