Gala

Liebe, Diebe, Leichen oder Buenos Dias Mallorca (2008)
Heinz Linduschka
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Tempo, Witz und Lachsalven – „Gesetzbücher“ auf der Bühne Seit Samstag gibt es Mallorcaurlaub in Mönchbergs Pfarrheim
Endlich mal ein Versprechen, das rundum stimmte – und das vor dem Wahltag! Vor Beginn der Premiere des Dreiakters „Liebe, Diebe, Leichen …oder ‚Buenos dias Mallorca’“ im Mönchberger Pfarrheim versprachen die „Gesetzbücher“: „Es werd Ihne schon noch heiß wern!“ Und tatsächlich brachten die neun Akteure der Mönchberger Amateurtruppe die Zuschauer sofort zum Schwitzen – denn auch Lachen aus vollem Hals oder begeistertes Klatschen kostet schließlich Energie.
Es war eine kurzweilige, temperamentvolle und witzige Aufführung, die Regisseur Reinhold Keller zusammen mit seinen Schützlingen auf die Bühne gezaubert hatte. Die Geschichte eines alles andere als erholsamen Urlaubs, zu dem es vier „früh- bis spätmittelalterliche“ Damen aus Mönchberg ins Hotel Arenal nach Mallorca verschlagen hatte. Zur Ruhe kommen sie nie, aber vielleicht wollen sie das ja auch gar nicht. Das Publikum war jedenfalls mit all dem geordneten Chaos hochzufrieden, das sich auf der Bühne abspielte, und brach schon in lauten Szenenbeifall aus, wenn beispielsweise Eleonore Knapp als Bruni mit trockenem Mutterwitz und Haaren auf den Zähnen die Bühne betrat und darüber klagte, dass man als Frau alt ist, wenn man die Koffer sechs Stockwerke hoch schleppen muss. Riesenbeifall auch, wenn Gebhard Motzel als Bonsai-Hoteldieb auftaucht und dann den Kleiderschrank zum Zufluchts- und Wohnort umfunktionieren muss.
Das Schöne bei den Mönchberger „Gesetzbüchern“: Regisseur Keller hat eine Truppe beieinander, die voller Begeisterung bei der Sache ist und offensichtlich selbst großen Spaß daran hat, den Zuschauern Spaß zu machen. Die Besetzung stimmt bis in die kleinsten Rollen hinein, niemand fällt ab. Das österreichische Zimmermädchen versprüht mit ihrer Sprachfärbung die unvergleichliche Mischung aus Charme und Bissigkeit überzeugend, Carlos hält seine Rolle als Möchte-Gern-Macho und manchmal freiwillig-unfreiwillig komischer Latin-Lover bis zum Ende durch, der „schöne Otto“ changiert zwischen verkapptem Heiratsschwindler und komischem Alten, die türkische Putzfrau bedient mit ihrer Kittelschürze und ihrem Kopftuch alle Klischees, ohne auf Vorurteile zu setzen, und Max, der kleine Dieb ohne Erfolgserlebnis, kommt am Ende doch auf seine Kosten, denn immerhin bemüht sich Eva in einer Mischung aus mütterlicher Sorge und erster Zuneigung rührend um ihn.
Besonders gelungen: die Besetzung der vier Freundinnen, die die Abenteuerreise von Mönchberg nach Mallorca gewagt haben, weil sie im Zillertal schon jeden Hirsch persönlich kennen. Eva, Bruni, Ellen und Moni ergänzen sich in ihrer Verschiedenheit – mal elegant, mal sachlich-nüchtern, mal urkomisch und skurril und mal zuverlässig-handfest – zu einem unwiderstehlichen Team, das auch Mallorca im Handstreich erobert.
Das Schöne an der Inszenierung: Sie kommt leicht und locker daher, und doch merkt man an vielen Details, dass viel Arbeit dahinter steckt. Da stimmt jede Kleinigkeit, da sitzt jede Geste und passt die Mimik, Auftritte und Abgänge verraten sorgfältiges Arbeiten vor und hinter den Kulissen und – bei einer lupenreinen Amateurtruppe alles andere als normal -: die erfahrene Souffleuse Ludwina Weis ist wieder einmal fast arbeitslos.
Und man konnte auch so einiges lernen in den gut zwei Stunden, die der Urlaub auf Mallorca dauerte: Dass Küssen das „Zusammenbautzen von zwei verliebten Menschenschnauzen“ ist und dass sogar der Ausdruck „knoblauchfressender Kofferkuli“ wie eine Liebeserklärung klingen kann, wenn ihn Annamirl mit österreichischem Charme Carlos an den Kopf wirft.
Die nächsten Aufführungen finden, an den Freitagen und Samstagen immer um 20 Uhr statt, an den Sonntagen um 18 Uhr: 7.-9.März., 14.- 16.März, und 11.-13. April. Nach diesen neun Terminen im stimmungsvollen Pfarrheim mit seinen 140 Plätzen wird die Komödie noch viermal in der VfL-Turnhalle gespielt: am 25., 26. und 30.April und zum letzten Mal am 3.Mai – immer um 20 Uhr. Auskunft und Kartenbestellung im „Kreativity“, Telefon oder Fax: 09374/2813. Nähere Informationen gibt es im Internet: www.diegesetzbuecher.de.

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