Gala

Wer glaubt denn schon an Elfen ?? (2005)
Auszug aus dem Main-Echo:

Zauberhaftes Chaos um eine alternde, schusselige Elfe


Amor und Elfe Mönchberg. Knapp zwei Stunden dauert der Dreiakter »Wer glaubt denn schon an Elfen?«, den die Mönchberger »Gesetzbücher« in diesem Frühjahr zwölfmal aufführen. Und zumindest am Samstag im katholischen Pfarrheim hat sich kaum einer der 150 Besucher gelangweilt. Am Inhalt des Stücks liegt es sicher nicht, dass am Schluss alle begeistert Beifall spendeten - eher schon an der schlüssigen Regie Werner Beckers und an den durchweg überzeugenden schauspielerischen Leistungen der 15 Akteure.
Einfach unterhaltend
Die Geschichte nämlich ist recht einfach und hat nicht mehr im Sinn als Unterhaltung - aber auch das ist ja nicht wenig. Eine alte Waldelfe - zum Schießen komisch gespielt von Eleonore Knapp, auch in der Verkleidung als Irrenärztin und als schwarzes Bunny mit weißem Pürzel - hat ihren Zauberstab verloren, den ihr Marlene (Alexandra Seufert) und der Butler Johannes (Pascal Thomas) wiederbringen. Zum Dank haben alle Hausbewohner einen Wunsch frei - nur hat die Elfe vergessen, dass sie das junge Paar in einen Zauberschlaf versetzt hat, als sie verriet: Sobald ein Wunsch ausgesprochen wird, ist er erfüllt. Kein Wunder, dass nun das Chaos ausbricht.
Turbulente Wunschvorstellung
Marlene spricht nur noch in Klassikerversen, die Fremdwortspezialistin Sabine (Jasmin Haber) mutiert durch den Zauberspruch zum mannstollen Weib. Hausherr Claus (Udo Seufert)
hingegen gleitet in den seligen Zustand des permanenten Betrunkenseins hinüber und seine Frau Henneliese (Anita Keller) wird auf wundersame Weise blitzschnell schlank – ohne Fettabsaugung selbstverständlich, wie Claus' ebenso misstrauische wie sympathische Schwester Alexa (Renate Miltenberger) vermutet. Professor Morgenrot (Alois Miltenberger) und sein naiv-ungeschickter Sohn Thomas (Gebhard Motzel) tragen ihren Teil zum Chaos auf der Bühne bei. Liebesgott Amor (Erich Österlein) und sein Ungeschick passen gut dazu. Und auch die Psychiaterin Dr. Scheckhill (Daniela Schmitt), ihre kräftigen Pfleger (Werner Becker und Reinhold Keller), der etwas verwirrte und flirtanfällige Kommissar (Oliver Reinfurt) und seine pflichtbewusste Assistentin (Michaela Goihl) runden das geschickt aufgebaute Personaltableau schlüssig ab. Wie es ausgeht, wird nicht verraten. Nur soviel: Das Stück bleibt bis zum Ende erfrischend turbulent und kurzweilig. Maskenbildnerin Erika Zöller trägt zum Erfolg ebenso bei wie die Bühnenbildner, Techniker Ronald Reinfurt und Souffleuse Ludwina Weis. Schon die Kostüme und die Schminke der Akteure sind sehenswert. Zudem ist es den »Gesetzbüchern« wieder einmal gelungen, die Rollen ideal zu besetzen. Jeder meistert seinen Part - groß oder klein - mit erkennbarer Freude am Spiel, mit viel Temperament und ohne Scheu vor bewusster Überzeichnung.
Reifes Rollenspiel
Neben der schon genannten Elfe zeigt der junge Pascal Thomas in seiner Rolle als Butler erstaunlich reife Schauspielkunst: Gestik und Mimik exakt und ausdrucksvoll, seine Stimme klar und nuanciert, sein Michael-Jackson-Verschnitt bei »I feel good« mitreißend. Kein Wunder, dass er inzwischen auch bei den Elsenfelder »Sandhasen« zu sehen ist und in diesem Jahr bei den Clingenburg-Festspielen einen kleinen Auftritt haben soll.
Dialekt und Lokalbezug
Weitere Zutat zum Erfolgsrezept der »Gesetzbücher« ist der geschickt eingesetzte Dialekt. Dass die Textvorlagen umgeschrieben und den Mönchbergern auf den Leib geschneidert werden, ist ein unschätzbarer Vorteil. »Was interessiert mich der Schwing, Verona Feldbusch wäre mir lieber«, heißt es da, und auch Bürgermeister Berninger wird auf der Bühne genannt. Kalauer stören da überhaupt nicht, wirken eher erfrischend. Dass Claus' »bestes Stück« seine alte Krawatte ist und der Butler statt einer echten Beißzange Henneliese hereinholt, provoziert spontane Lacher. Die 47 Proben haben sich jedenfalls gelohnt, und auch heuer wieder wird das Motto zutreffen: »Erst proben, dann spielen, dann spenden" «Heinz Linduschka
Die Aufführungen im Pfarrheim sind ausverkauft. Karten gibt es noch für die vier Aufführungen in der VfL-Turnhalle am 29. und 30. April, sowie am 4. und 14. Mai, jeweils um 20 Uhr. Vorbestellung bei »Kreativity«, 09374/2813.

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