Gala

Distelhäuser Bauerntage (2000)
Auszug aus Tauberbischofsheim Tageszeitung vom 18.3.00 Main-Echo
Zweiter Teil der Distelhäuser Bauerntheatertage Unbändige Spielfreunde begeisterte „Die Gesetzbücher“ aus Mönchberg brillierten mit ihrer „Power-Paula“ vor ausverkauftem Haus Distelhausen.
Rund 60 Gruppen fragten an, 34 bewarben sich und 18 schickten jeweils ein Video ein: „Wir haben nächtelang nur noch Videos geguckt“, berichteten übereinstimmend der geschäftsführende Gesellschafter der Distelhäuser Brauerei, Stefan Bauer, und seine Frau Sabine – doch die „Nachtarbeit“ hat sich gelohnt. Fünf Amateurtheatergruppen blieben schließlich übrig, um die ersten Distelhäuser Bauertheatertage in der „Alten _Füllerei“ zu bestreiten, „Wobei uns die Qual der Wahl sehr schwer fiel“, so die Aussage.
Nach „Sayonara Niklaushausen“ (siehe gestrige Ausgabe) brachten nun am Donnerstag Abend „Die Gesetzbücher“ aus Mönchberg das Lustspiel in drei Akten, „Power-Paula“, auf die kleine Bühne – ebenso ausverkauft wie alle übrigen Veranstaltungen und erneut ein riesiger Erfolg.
Rund 230 Besucher in dem Brauerei-Gebäude, das derzeit für kommende „große Aufgaben“ erweitert wird, spendeten am Schluss den Möchbergern minutenlang den vollauf verdienten Applaus, der fast kein Ende nehmen wollte. So waren gleich mehrere „Aufzüge“ notwendig, um die Gäste zufrieden zu stellen, die sich bei diversen Distelhäuser Bieren und deftigen Schmankerln aus der provisorischen Küche bereits bestens auf den kurzweiligen Abend „eingestimmt“ hatten. Für die zünftige Umrahmung sorgten die Musikanten der Gruppe „Edelweiß“ aus Dallau. Seit über zehn Jahren bestehen inzwischen „Die Gesetzbücher“, die in Distelhausen gewissermaßen ihre „Vorpremiere“ feierten, die richtige Premiere des Stückes findet nämlich am heutigen Samstag im Pfarrheim „St. Wendelin“ in Mönchberg statt. Und die „Generalprobe“ vor vollem Haus lässt auf weitere erfolgreiche Termine hoffen, möglicherweise mit ähnlichen Erträgen wie im Stadtteil von Tauberbischofsheim, wo Stefan Bauer zum Finale einen Scheck überreichte, nachdem die Einnahmen aus dem Kartenvorverkauf stets den jeweiligen Theatergruppen voll zu Gute kommen.
Den Besuchern des Stücks „Power-Paula“ kam dagegen zu Gute, dass die Laien-Darsteller mit unbändiger Spielfreude agierten, an erster Stelle die „Matadorin des Abends“, Eleonore Knapp, die als Paula Drinberger die Familie ihres Schwiegersohnes Gerd Wiesbeck (Udo Seufert) und seiner Frau Jutta (Renate Zöller) gehörig „aufmischte“. Mit Enkel Flori (Gebhard Motzel), der „ihre Gene geerbt hat“, und die Ex-Frundin Lilo (Michaela Goihl) mündete schließlich das Ganze in das obligatorische Happy-End plus Verlobung mit Jasmin (Renate Legler), fast zwangsweise die Tochter des Geschäftsfreundes von Gerd, Direktor Wimmer (Alois Miltenberger), und seiner Frau Gunda (Anette Breunig). Weitere „tragende Rollen“ füllten noch aus die Polizisten Werner Becker und Reinhold Keller sowie die Mitarbeiterinnen , des „Party-Services“, Anita Keller, Erika Zöller, Alexandra Seufert und Susi Zöller, vor allem jedoch der Landstreicher „Korken-Benni“ (Erich Österlein), der noch am ehesten von seiner Mimik und seinem Auftreten her der „Power-Paula“ das Wasser, beziehungsweise den Kognak reichen konnte.
Unter der Regie von Reinhold Keller mit Ludwina Weis (Souffleuse), Erika Zöller (Maske), Ronald Reinfurt und Anita Keller (Technik/Ablauf) sowie Michael Grote (Graphik) erreichte die Haupt-Protagonistin letztlich ihr angestrebtes Ziel, nämlich ein kleines Appartement durch ihren Schwiegersohn, der als Immobilienmakler gerade einen geschäftlichen Aufstieg feiert, wobei er der „Oma“ fast durchweg mehr als reserviert gegenüber steht. Kein Wunder, war diese doch heimlich aus dem Altenheim ausgebüxt, hatte einige Zeit „unter den Brücken“ verbracht, die Polizei beschäftigt, einen Vogel namens „Dino“ als Anhängsel dabei und besonders eine sehr direkte Ausdrucksweise. In einem Dialekt, einer Mischung aus unterfränkisch-hessisch, mauserte sich der „Engel der Ausgestoßenen“ im Disco-Outfit („Teenager-Spätlese“) zu einem „eingepackten Gutzele“, der am Schluss gar noch den fetzigen „Penner-Rock’n’Roll“ tanzte. Da war längst nicht nur die Stimmung („Galaktisch“ und „super-affengeil“) gestiegen sondern hatte es auch eine wundersame „Vogelvermehrung“ gegeben – alles dank einer Theatergruppe mit viel „Power“…bis

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